| Geschichte: des Celluloids [des Tonfilms] |
Bereits Plinius der Ältere berichtet von
Göttererscheinungen im Weihrauchdunst der Tempel. Aber auch bei den Griechen werden 150 bis 100 v. Chr. Spiegelkunststücke beschrieben.
Heron
zauberte durch doppelte Reflexion mit Hohlspiegeln eine Götterfigur inmitten von Wolken
über einem Altar. Außerdem erfand er ein bewegliches und feststehendes Automatentheater
mit Donner- und Blitzmaschine. Die Figuren liefen auf Schienen oder wurden durch Seilzüge
bewegt. Bewegungsphasen als Vorläufer der Kinematographie kann man in altägyptischen
Grabzeichnungen finden, es gibt auch Bewegungs-Darstellungen auf dem Parthenon-Fries
aus dem 5.Jahrhundert.
Vermutlich von Priestern, als Sinnbild für die Nichtigkeit der irdischen
Erscheinungswelt, wurde in Indien das Schattenspiel erfunden.
Im 17.Jahrhundert entwickelte sich die Laterna Magica;
aber die Erfindung zur Aufnahme von Bewegungsabläufen schlechthin war die Camera obscura
oder Lochkamera, die anfangs wirklich eine verdunkelte Kammer war, dann immer kleiner
wurde, schließlich transportabel und mit Handzügen und schräggestellten Umkehrspiegeln
versehen wurde.
Um bewegte Bilder vorzuführen, gab es aber auch noch eine andere Möglichkeit, nämlich
mechanisch zusammengesetzte Maschinen, um damit die Natur oder das Leben nachzuahmen. So
wurde 1612
Schloss Hellbrunn mit den Hellbrunner
Wasserspielen gebaut - einem mit Wasserkraft
betriebenen Mechanischen Theater. Im 18.Jahrhundert wurden vor allem in Frankreich hervorragende Automaten hergestellt.
Um die Jahrhundertwende zogen Familien mit mechanischen Theatern durch die Lande und begeisterten vor allem mit der Laterna magica, die nichts anderes als ein einfacher Diaprojektor war.
Nicht mehr und nicht weniger als "Das Leben in voller Natürlichkeit mit Hilfe der Elektrizität" versprachen anno 1895, im Geburtsjahr des Kinos, die ersten "Kintopp"-Betreiber ihren Zuschauern.
In Paris im "Salon Indien" im Grand-Café zeigten die Brüder Lumière die allerersten Lichtbildstreifen, sogenannte "lebende Photographien" von Alltagsszenen und versetzten die staunenden Besucher mit einem scheinbar aus der Leinwand rollenden Zug in helle Aufregung. Die ganze Welt drängte sich zu den Vorstellungen; in Wien zum Beispiel geruhte sogar der Kaiser einer solchen Veranstaltung beizuwohnen.
Unerhörte Sensationen, boxende
Kängurus, Artisten, Bilder von fremden Ländern und großen Ereignissen wurden auf eine
3x4 Meter große Freilichtwand projiziert und lockten die Schaulustigen bald in
Jahrmarktbuden, später in feste Häuser und schließlich in eigens errichtete
Filmpaläste.
Das Massenzeitalter hatte sein Massenmedium gefunden - eine neue, universell
verständliche Kunst, die ihren Siegeszug durch alle Länder antrat, Menschen begeisterte,
zu Tränen rührte, zum Träumen brachte.
Die Technik wurde ständig verbessert - gab es zuerst Klaviermusikbegleitung zum Stummfilm - wurde 1927 der erste Tonfilm gezeigt. Er brachte neue Stars, neue Filmstoffe und neue Filmtheater, die der Attraktivität der Ereignisse noch pompösere Rahmen schufen.
Auf die goldenen Jahre des Kinos
folgten nach dem Krieg Krisenstimmung und Besinnung auf realistische Stoffe auf der einen Seite, Flucht
in Harmonie und Heimatgefühle auf der anderen.
Mit Heimatfilmen blühten noch einmal alte Kinoherrlichkeiten in der Bundesrepublik und
Österreich auf. Heinz Erhard lachte sich in die Herzen der frischgebackenen
Wohlstandsbürger.
Zwischen 1960 und 1978 sank die Zahl der Kinobesuche. Die großen Filmpaläste wichen Supermärkten oder wurden in zahllose kleine "Kinoschachteln" zerstückelt. Das METROPOL aber wurde nach wie vor gut besucht.
Anfang der 80iger Jahre erholte sich das Kino im allgemeinen langsam aber stetig von den Rückschlägen, die es durch die vom Fernsehen verursachte Änderung des Freizeitverhaltens erlitten hatte.
Die Ursachen für das erneute Interesse am Kino sind vielfältig. Zum einen hat die Faszination der "Heim-Medien" Radio und Fernsehen merklich nachgelassen, zum anderen haben sich die meisten Kinobesitzer auf die Bedürfnisse der Zuschauer nach gesteigertem Sitz- und Sehkomfort eingestellt.
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